Dieser Beitrag beschreibt den Workaround für den Problemfall wenn bei Nutzung der Funktion anonymizeIP() versucht wird Besucher über einzelne IP-Adressen zu filtern (Siehe auch den Blogbeitrag “Webanalyse mit GA – no risk no fun“).
Normalfall:
Besucher, die über eine bestimmte Adresse kommen aus zu filtern ist ein häufiger Anwendungsfall für Google Analytics Filter (Anleitung IP-Adressfilter für Google Analytics). Beispielsweise möchte man die Besucher aus dem eigenen Unternehmen ausschließen. Der Filter muss nicht eigens definiert werden (benutzerdefinierte Filter) sondern steht als vordefinierter Filter in Analytics zur Verfügung. In beiden Fällen ob vordefiniert oder benutzerdefiniert muss aber der reguläre Ausdruck berücksichtigt werden:

Es handelt sich um einen der einfachsten Filter, dessen Implementierung ebenfalls sehr einfach gehalten ist.
Problem:
Wer nach aktuellen Empfehlungen zu dem Thema Google Analytics und der Datenschutz die IP-Adresse über die Funktion anonymizeIP() anonymisert der wird feststellen, dass der IP-Adressen Filter nicht mehr funktioniert. Das kann man ganz einfach über folgenden Test beweisen: Erstellt ein Profil, das Traffic nur über eine bestimmte IP einschließt (von der ihr wisst, dass Besucher darüber kommen) und prüft ob Besuche bzw. Besucher angezeigt werden.
Die Erklärung ist simpel: Die Funktion zur Anonymisierung der IP-Adressen der Besucher eliminiert das Class-D-Netz also die letzten drei Ziffern der IP-Adresse z.B. wird in Analytics statt 78.114.234.112 diese Adresse festgehalten 78.114.234.XXX. Damit fehlt dem Filter für Besuche über ein bestimmte IP-Adresse die IP-Adresse und er kann nicht funktionieren.
Lösung:
Um das Problem zu umgehen muss der Filter umgeschrieben werden. Statt einer einzelnen IP-Adresse muss das gesamte D-Netz gefiltert werden. Der Filter wird also genauso definiert wie vorher auch – es ändert sich nur das Filterkriterium:
Der Nachteil an dieser Variante: Jedes Class-D-Netz hat 255 IP-Adressen über die ein Besucher auf die Seite gelangen kann. Wird das gesamte Class-D-Netz gefiltert gehen alle Besucher über eine der 255 IP-Adressen verloren im Tracking.
Fazit:
Filter in Analytics sind im Detail oft ein wenig kompliziert umzusetzen. Die regulären Ausdrücke machen das nicht einfacher. Grundsätzlich sollte man immer mindestens ein Profil ohne Filter pflegen und neue Filter in einem Testprofil prüfen. So besteht keine Gefahr Daten über den Besucherstrom zu verfälschen. Rückgängig machen lässt sich die Wirkung der Filter für den Zeitraum indem diese aktiv waren nämlich nicht. Was gerne vergessen wird ist der Sachverhalt, dass Filter der Reihe nach abgearbeitet werden. Daran sollte man denken wenn man mehrere Filter miteinander kombiniert. Die können sich gegenseitig stören.


bisher 9 Kommentare - Eigenen Kommentar schreiben
1. verpixelt
| 14.07.2011 um 09:49
moin moin und danke für diesen beitrag.
ist denn mittlerweile schon eine andere möglichkeit bekannt dieses problem zu lösen? ich habe einen kunden, für den ich 3 statische ip andressen sperren soll, um den internen traffic auszuschließen. hierbei handelt es sich um 3 standorte. mit der oben beschriebenen lösung laufe ich ja gefahr 762 potentielle user ebenfalls auszuschließen oder sehe ich das falsch?!
beste grüße
verpixelt
2. Anwar
| 14.07.2011 um 10:02
Hallo verpixelt,
vielen Dank für deinen Kommentar und deine Frage. Du hast recht – dieser Teil der Besucher aus den jeweiligen D-Netzen geht verloren. Ich empfehle dir als Alternative mit Cookies zu arbeiten.
Richte eine unabhängige Adresse eine, z.B. http://www.domain.de/optout/, die nicht über die normale Navigation erreichbar ist. Schicke diejenigen Rechner, die nicht getrackt werden sollen einmal auf diese Adresse und setze dort über ein javascript ein Cookie auf den Rechnern. GA kann den Cookie erkennen und Besucher mit diesem Cookie auschließen. Mehr Infos: http://www.google.com/support/.....swer=55481 ganz lesen – die Lösung findet sich im zweiten Teil
3. verpixelt
| 14.07.2011 um 10:29
Hallo Anwar,
Funktioniert der Lösungsansatz mit den Cookies auch, wenn man die Anonymisierung der IPs benutzt?
danke für die schnelle Antwort. Ich muss gestehen ich bin etwas überrascht. Da geht man eben Frühstücken, kommt wieder und voila
4. Anwar
| 14.07.2011 um 10:40
Hallo verpixelt,
ja die Alternative via Cookies funktioniert auch bei der IP Anonymisierung. Es ist lediglich etwas nervig, da man Vorkehrungen sollte falls die Benutzer Ihre Cookies löschen.
5. verpixelt
| 14.07.2011 um 11:26
Okay. Danke, das war echt eine große Hilfe. Hab mir nun erst mal die Filter unter einem Zweitprofil eingerichtet und werde das die Tage überwachen. Mal sehen wie groß die Veränderung sein wird
Dann muss der Kunde entscheiden =) Ich danke vielmals, bookmark für euch ist gesetzt und ich wünsche weiterhin viel Spaß und Erfolg!
6. Anwar
| 14.07.2011 um 11:52
Gerne,
lass uns wissen wenn das wunschgemäß funktioniert hat .-)
7. verpixelt
| 14.07.2011 um 11:59
Die Filter habe ich nun gute 2Std. laufen. Bisher wirft er mir dennoch die selben Ergebnisse aus. Ich hoffe, dass sich das noch ändert. Spielt es eine Rolle ob ich einen Filter mit mehreren Adressen anelge oder 3 einzelen? Dürfte doch normal den selben Effekt haben!?
8. Anwar
| 14.07.2011 um 12:12
Eigentlich nicht. Ab und an entstehen seltsame Daten weil die Filter der Reihenfolge nach abgearbeitet werden. Das sorgt oft für Verwirrung wenn ich nach Besucherquellen filtere (Adwords oder organisch z.B.).
9. verpixelt
| 14.07.2011 um 12:32
okay. das wäre jetzt für den anfang mal nicht so wild. es muss nur erst einmal geschaut werden ob das so funnktioniert. laut kartenoverlay sind uns durch die größeren firmensitze in den jeweiligen städten ballungspunkte bekannt. für diese hab ich nun die filter angelegt und dennoch bekomme ich aus selbigen regionen immer noch daten… das beunruhigt mich ein wenig.
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