Newsletter des Schreckens :)

web20-kongress-newsletterGestern ist bei mir der vierte OMD Newsletter in der Mailbox gelandet. Natürlich habe ich diesen mal kurz überflogen und bin bei dem Punkt “Web 2.0 kein Hype 2.0″ hängen geblieben. Hier mal kurz ein Auszug für die die den Newsletter nicht abonniert haben:

“Web 2.0 bedeutet nicht Hype 2.0.” Für Arndt Groth, den Präsidenten des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW), steht die Internetwirtschaft heute auf wesentlich solideren Füßen als noch zum Anfang des Jahrtausends. Auch die Diskussionen auf dem Kongress und in den Workshops der OMD brachten viele realistische Beurteilungen des Themas Web 2.0. Übergreifend blieben vor allem drei Ergebnisse haften: 1. Der Marketingbegriff Web 2.0 hat sich durchgesetzt. 2. Jetzt muss er konkret mit Inhalten gefüllt und mit Businessmodellen hinterlegt werden. 3. Die zielgerichtete Vermarktung des interaktiven, multimedialen Internet beginnt gerade erst.

Was bitte ist das denn für eine Aussage! Wie kann man die These “Web 2.0 bedeutet nicht Hype 2.0” aufstellen und dann ein paar Sätze später schreiben: “Jetzt muss er (der Begriff Web 2.0) konkret mit Inhalten gefüllt und mit Businessmodellen hinterlegt werden“. Woher will man den wissen das irgendetwas kein Hype ist, wenn diese Irgendetwas laut der Aussage noch nicht mal “konkret” existiert.

Auch geil fand ich den zweiten Absatz:

Dass die Branche in Deutschland dabei noch ganz am Anfang steht, belegen auch die Ergebnisse der Messemarktforschung. Claus Bühs Consulting befragte die Fachbesucher der OMD, was Sie vom Begriff Web 2.0 halten. Das Ergebnis: 28 Prozent sind der Meinung, dass “Web 2.0 das Marketing nochmals erheblich verändern wird”. 22 Prozent verfolgen die Diskussion mit Interesse, “warten aber ab, welche Kommunikationsmodelle sich durchsetzen werden”. Knapp 20 Prozent finden, “Web 2.0 ist eigentlich nichts besonders Neues”. Immerhin 30 Prozent der Experten können mit dem Begriff noch nichts anfangen oder haben dazu keine Meinung. Spätestens zur OMD 2007 dürfte sich diese Situation geändert haben.

Es werden also Leute befragt, was sie von einem “Begriff” halten. 28% sagen dann: “Web 2.0 das Marketing nochmals erheblich verändern wird”. So so, ein Begriff der etwas umschreibt für das es noch keine konkreten Inhalte und Geschäftsmodelle gibt wird das Marketing nochmal erheblich verändern …. mir fehlen die Worte. Na ja, immerhin 20% sagen, dass Web 2,0 nichts neues bedeutet. Recht haben sie – wo nix ist kann auch nix neu sein :)

Ok, jetzt mal Spaß beiseite. Meiner Meinung nach gibt es sehr wohl schon Businessmodelle und konkrete Inhalte (openBC, YouTube, Flickr, etc.) und das einzige was an Web 2.0 ein Hype ist, ist der Begriff selbst. Was meint ihr dazu? Freue mich auf Diskussionen mit euch.

Gruß
Fabian

bisher 5 Kommentare - Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. public.betaNo Gravatar  |  28.09.2006 um 20:27

    Verwechselst du da nicht den begriff selbst (als reine hypothese über eine bestimmte entwicklung) und den hype der darum gemacht wird? ich finde die fragestellung bei diesen ganzen diskussionen von grund auf falsch. web 2.0 ist kein marketing-begriff und verspricht auch per se überhaupt nichts.
    der hype wird doch von ganz anderen gemacht.

  • 2. FabianNo Gravatar  |  28.09.2006 um 20:46

    Verwechselst du da nicht den begriff selbst (als reine hypothese über eine bestimmte entwicklung) und den hype der darum gemacht wird?

    hmm, irgendwie verstehe ich deine Frage nicht ganz. Auf welchen Teil des Beitrags beziehst du die Frage?

    web 2.0 ist kein marketing-begriff und verspricht auch per se überhaupt nichts.
    der hype wird doch von ganz anderen gemacht.

    Da gebe ich dir vollkommen recht. Web 2.0 ist in meinen Augen nicht anderes als das Internet wie wir es die letzen Jahre gekannt haben mit dem Unterschied, dass durch die Entstehung von Plattformen wie Flickr, openBC, etc. ein breiteres Publikum angesprochen wird wodurch eben soziale Netze entstehen. Dazu kommt noch, dass durch Techniken wie AJAX in manchen Fällen die Bedienung einfacher und intuitiver geworden ist.

  • 3. SebbiNo Gravatar  |  02.10.2006 um 14:21

    Das dachte ich mir auch als wir von dem Chance Web 2.0 Kongress verabschiedet wurden. Deutsche Unternehmen versprechen sich viel von dem was angeblich hinter dem Begriff “Web 2.0″ steckt. Für mich hieß das immer Pasteltöne, runde Ecken, Ajax und Dauerbeta. Für germanische Entscheider heißt es neuerdings wohl einfaches Geld durch das Erreichen von Millionen von Kunden. Konkret passiert ist in diese Richtung allerdings noch nicht viel. Misterwong, Sevenload, etc sind alles schöne Dinge, aber sie zielen alle nur auf den Deutschen Markt und sehen ihre Konkurrenz hauptsächlich dort. Dabei ist gerade unser Markt so winzig klein. Gibt es irgendeinen Web 2.0 Dienst aus Deutschland, der Weltniveau erreicht hat oder noch erreichen könnte? Ich sehe keinen …

    Insofern ist es hierzulande wohl tatsächlich reiner Hype. Das Aufspringen auf einen fahrenden Zug bringt einem nicht die versprochenen Säcke voll Geld ein … Innovation ist das Stichwort. Nicht amerikanische Dienste kopieren (auch wenn es scheinbar funktioniert)! :-)

  • 4. public.betaNo Gravatar  |  04.10.2006 um 14:52

    Gibt es irgendeinen Web 2.0 Dienst aus Deutschland, der Weltniveau erreicht hat oder noch erreichen könnte? Ich sehe keinen …

    OpenBC / Xing!

  • 5. PeterNo Gravatar  |  05.10.2006 um 13:06

    @Vorredner
    Naja, die stecken doch noch immer in den Kinderschuhen und exisstieren bislang vor allem von geliehenem Kapital. Von einem tragfähigen Businessmodell kann hier noch nicht die Rede sein. Sie versuchen es, sind m.E. aber auf einem guten Weg. Könnte was werden.

    Gleiches gilt aber auch für YouTube. Die haben jetzt erst ihren ersten großen Sponsor bekommen, leben aber auch noch von geliehener Kohle.

    Die Sache könnte bei vielen wirklich platzen wir vor sechs Jahren – da sollten wir uns nichts vormachen. Dem Internet verschafft Web2.0 aber einen schönen Push – es wurde interaktiver und zur social media, zu einer noch größeren Community, in der die Mediengrößen ihre Rolle noch suchen müssen, weil viele der ehemaligen Kunden ihre eigenen bauchläden aufgemacht haben.

Dein Kommentar zum Beitrag:

Pflichtfeld

Pflichtfeld, anonym

Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf - per Formular oder unter +49 (0)931 278988 00

Für welche Themen interessieren Sie sich?

 
 
 
 
 
 
 
Box schließen