Was ist eine Webseite wert?

themenrlevant-1Vorab muss gesagt werden, dass es sich bei dem Thema um eine sehr komplexe Angelegenheit handelt. Das grundlegende Problem liegt in der Tatsache, dass verschiedenen Websites verschiedenen Zwecken dienen und dies eine einheitliche Bewertung beinahe unmöglich macht. Aus diesem Grund müssen jeweils verschiedene Arten der Bewertung herangezogen werden.

Eine Webseite, die der Vermarktung von Produkten oder Informationen dient (beispielsweise. ein Online Shop) lässt sich wohl am besten aus betriebswirtschaftlicher Sicht, also an der Höhe des Umsatzes und des daraus (hoffentlich) resultierenden Gewinns bewerten. Eine Internetseite dagegen, die sich der Verbreitung Information oder Dienstleistungen verschrieben hat kann beispielsweise nach den Erlösen die durch die Einblendung von Werbung erzielt wurden aber auch durch die Zahl der Besucher und der Seitenansichten bewertet werden. Auch gibt es Webseiten, die einem ganz bestimmten Zweck dienen, und die keinerlei Umsatz erwirtschaften. So zum Beispiel eine Website die für die Garantieabwicklung eines bestimmten Produktes verwendet wird. Hier kommen ganz andere Faktoren zum Tragen und man könnte wieder aus betriebswirtschaftlicher Sicht, z.B. die erreichte Senkung der Transaktionskosten, bewerten. (Sprich was spart man denn ein wenn man den Prozess online, (teil-) automatisiert und nicht offline ablaufen lässt.)

Diese Beispiele dienten der Verdeutlichung, dass eine einheitliche Bewertung beinahe unmöglich ist. Man muss jeweils den Kontext betrachten, in dem eine Website verwendet wird, beziehungsweise existiert. An diesem Punkt grenze ich deshalb die Bewertung ein und betrachte ab jetzt ausschließlich informationsorientierte Webseiten wie z.B. Blogs, vertikale Themenportale, Themenforen, etc..
Onlineshops, Unternehmenswebseiten, Servicewebseiten, u.ä. werden also ausgeschlossen.

Der Trend Webseiten allein nach der Möglichkeit zu bewerten dort Umsatz durch Werbung zu erzielen finde ich persönlich etwas einseitig. Ein großes Problem dabei ist die Vernachlässigung der Qualität der Information, der Reputation des Betreibers oder eines anderen Mehrwertes.

Ein Mehrwert kann beispielsweise die Möglichkeit sein, einem sozialen Netzwerk eine Möglichkeit zur Interaktion zu schaffen (z.B. in Form einer Community mit einem Forum). Auch dieser Mehrwert kann bewertet werden. Unsere Larp Gruppe (so ne Art improvisiertes Theater) ist sehr dankbar für die Webseite, auf der die Mitglieder Foren, Bildergalerien, Blogs etc. finden. Der rege Austausch dort vereinfacht solche Dinge wie Terminabsprachen sehr stark und auf die Anfrage hin, in welcher Höhe sich die Mitglieder denn an den Unkosten für die Seite beteiligen würden erhielten wir Antworten, die uns als Betreiber mit Gewinn da stehen ließen. Ergo lässt sich auch der nebulöse “soziale Mehrwert” finanziell beziffern. Allerdings ist dieser Aspekt sehr subjektiv und nicht dienlich um eine allgemeine Aussagen treffen zu können.

Zum Thema Reputation des Betreibers haben ich einen interessanten Beitrag im Agenturblog gefunden, der das Thema näher beleuchtet. Als praktisches Beispiel dient meiner Meinung nach der Blog “Weblogs Kitchen” bei dem nicht der Blog an sich wertvoll ist sondern erst durch den Autor bzw. seine Art zu schreiben wertvoll gemacht wird.

Nach einigen Recherche zu dem Thema “Was ist eine Website wert”, bin ich in Foren immer wieder auf Aussagen wie diese gestoßen:

“[…] normal sind wohl eher so das 6-fache des Motorwagens, bei guten Projekten auch das 12-fache […]“

“Als Grundlage für einen Verkaufspreis kann man den Jahresgewinn zugrunde legen […]“

“[…] ich rechne immer bei Verkauf mit dem 3-4fachen Jahresgewinn. Oder aber, falls du eine Community hast, mit einem Betrag X pro User [...]“

“[…] Im Regelfall nimmt man ungefähr 10-12 Monatseinnahmen als Verkaufspreis.”

Wie kann man also an eine allgemeingültige Art der Bewertung herangehen bzw. welche Faktoren können dafür herangezogen werden?

Ein guter Anfang ist grundsätzlich die Auswertung der Besucherstatistiken um eine nachweisbare Anzahl an Besuchern – beispielsweise durch Newsletter – Abonnements (respektive natürlich auch Aufrufe von RSS-Feeds) oder registrierte Benutzer zu ermitteln. Eine wichtige Unterscheidung ist hierbei die Aufteilung in Stammbesucher (Wiederkehrende Besucher) und Neubesucher (Einmalige Besucher).

Neben den Statistiken ist natürlich die Domain hoher Wichtigkeit. Diese allein wird schon nach zahlreichen Faktoren bewertet. Einen kleinen Überblick und eine Schnellbewertung kann man sich bei Adresso verschaffen. Diese wirft allerdings Ergebnisse aus, die ich nicht kommentieren möchte.

Sedo bietet inzwischen neben dem Domainverkaufsservice auch einen Projektverkaufsservice an allerdings konnte ich keine Informationen zu deren Bewertungschema finden.

Weiter Faktoren sowie einen guten Beitrag zu dem Thema “Wert einer Webseite bestimmen” findet sich in dem Webgreenhorn Blog. Da ich den Beitrag echt gut finde will ich hier nicht näher darauf eingehen sondern vorab nur ein paar der Kriterien, die er berücksichtigt hat, nennen:

  1. Einnahmen
  2. Ausgaben
  3. Traffic-Volumen
  4. Suchmaschinen-Traffic
  5. Domain-Alter
  6. Alexa Rank (besser nicht)
  7. Google PageRank
  8. Potential bezüglich der Vermarktung

Eine detaillierte Abhandlung zu dem Thema “Was ist eine Webseite wert wäre bei genügend Zeit, Muße und Genauigkeit bestimmt nicht all zu schwer zu verfassen. Sie würde allerdings mit Sicherheit sehr viele DIN A4-Seiten füllen. Dieser Beitrag ist deshalb auch mehr ein Gedankenspiel und diente dazu dieses Thema anzureißen und ein bisschen zu beleuchten.

Falls jemand ein einheitliches Verfahren kennt, andere Faktoren berücksichtigen würde oder weitere Ergänzungen anzubieten hart, würde ich mich über Kommentare sehr freuen.

Zum Schluß noch einen Link zu einer sehr großzügige Bewertung für Blogs.

Grüße
Anwar

bisher 4 Kommentare - Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. theEmarketerNo Gravatar  |  25.08.2006 um 13:51

    Also ich würde sagen eine Website/ Domain ist das Wert, was ein Interessent bereit ist zu bezahlen. Das hilft natürlich nicht wirklich weiter.
    Zuerst würde ich unterscheiden ob nur die Domain oder die ganze Website mit Content und allem drumherum verkauft werden soll. Oder ob eben der Interessent nur an der Domain oder am Gesamtpaket interessiert ist. Also hängt es auch davon ab was der Käufer mit der Domain anfangen will? Zum Verkauf steht die Domain gruen.bla auf der sich ein Shop befindet der Äpfel verkauft. Will jetzt der Käufer den Shop übernehmen oder dort eine Konkurrenz zu blau.bla (Pre-Paid Anbieter ;-) ) aufbauen. Somit ist der Traffic und die vorhandenen Backlinks nur bedingt interessant.
    Somit spielt der Interessent auch eine Rolle wie sich der Preis entwickeln kann und je mehr potenzielle Käufer da sind umso grösser ist auch die Chance auf einen guten Preis. Denn wenn der Inhaber zu hohe Preisvorstellungen hat, kann dieser auch auf seiner Domain sitzen bleiben, wenn er die überhaupt verkaufen muss.
    Ich denke hier gelten genauso die Regeln von Angebot und Nachfrage und man kann hier keine allgemeingültigen Regeln aufstellen. Aber man kann wie in der Immobilienbranche auch bestimmte Tatsachen für die Bewertung einbeziehen. Lage, qm, Nutzbarkeit, Alter usw.

  • 2. FabianNo Gravatar  |  25.08.2006 um 14:43

    Hi, danke erstmal für den ausführlichen Kommentar. Ich gehe jetzt mal von dem Verkauf einer ganzen Website aus. ( Also mit Domain, Content, ect.). Die Frage die ich mir stelle ist halt die Folgende: Wie kann ich für mich selbst bestimmen, wieviel die Website wert ist. Also sprich, mit welchen finanziellen Vorstellungen kann ich dem potentiellen Käufer entgegtreten. Sicher, letzendlich bekomme ich nur das was der Käufer maximal bereit ist zu zahlen … denoch … hätte ich die Möglichkeit das Projekt mit diversen Faktoren finanziell zu bewerten, hätte ich bei den Verkaufsgesprächen eine wesentlich bessere Ausgangsbasis und würde wahrscheinlich auch glaubwürdiger rüberkommen. Bis jetzt ist es so, das in vielen Fällen der Verkaufswert halt immer sehr stark aus der Luft gegriffen wirkt.

    Gruß Fabian

  • 3. EugenNo Gravatar  |  25.08.2006 um 20:42

    Genrell habe ich oftmals schon einige Projekte teurer verkauft, die aber weniger Traffic hatten. Es fhängt oftmals von folgenden Punkten ab:
    - Profesionelles Layout
    - Geworbene Produkte / Keywords
    - Zielgruppe
    - Deine Präsentation bzw. deine Überredungskünste ;)

    Das sind so die groben Punkte, die mir dazu einfallen. Der Kunde muss auch einen guten Tag an dem Verhandlunsgtag haben, das macht oftsmal schon einiges her.

  • 4. FabianNo Gravatar  |  25.08.2006 um 23:56

    Hi, da hast du recht. Die von dir genannten Punkte haben wir bei unserer Aufzählung leider vernachlässigt. Wenn man mal von der Präsentation absieht, erscheinen mir die beiden Faktoren “Profesionelles Layout” bzw. eine professionell wirkende Seite sowie die “Zielgruppe” besonders wichtig. Danke für den Hinweis.

    Gruß Fabian

Dein Kommentar zum Beitrag:

Pflichtfeld

Pflichtfeld, anonym

Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf - per Formular oder unter +49 (0)931 278988 00

Für welche Themen interessieren Sie sich?

 
 
 
 
 
 
 
Box schließen