„Inside Google“ lautete der Titel des Vortrages von Google’s PR-Chef für Deutschland: Stefan Keuchel. Dieses Event fand am Mittwoch, 17.05.2006 statt und gab wie der Titel schon erahnen lässt interessante Informationen zum Unternehmen Google und seinen Aktivitäten. Wer allerdings auf der Suche nach SEO Tipps ist, muss diesen Artikel nicht weiter lesen, da der Vortrag sich nicht im Geringsten mit diesem Thema beschäftigt hat. Prof Dr. Mario Fischer von der FH Würzburg hat den Vortrag organisiert und gleichzeitig ein paar Hinweise auf sein neues Buch Website Boosting gegeben.
Der Vortrag war sehr interessant – allerdings war nur wenig Neues für diejenigen dabei, die sich schon näher mit dem Thema Google beschäftigt haben.
Herr Keuchel begann seinen Vortrag mit einem kurzen Abriss des Werdegangs des Unternehmens Google und schloss die Einführung mit ein paar Informationen zum aktuellen Stand ab. Google ist unbestritten aktuell die wichtigste Suchmaschine und eines der erfolgreichsten Unternehmen der Branche, was folgende Daten für das erst sieben Jahre alte Unternehmen zeigen:
Google besitzt mehr als 50% Marktanteile am weltweiten Suchmaschinenmarkt, in Deutschland 90% und in Spanien 97%. 2005 konnte Google mit seinem bekannten Geschäftsprinzip – dem Einblenden themenrelevanter Werbung auf seinen Ergebnisseiten über 6 Millarden Dollar Umsatz machen. Diese Form der Werbung erzielt laut Keuchel übrigens eine eine 4-5 mal höhere Klickrate als andere Onlinewerbung wie beispielsweise Banner.
Wesentlich interessanter war der Mittelteil der Veranstaltung die sich mit der Zukunft des Suchgigantenbeschäftigte:
Google sieht sich selbst in seinem wichtigsten Segment – nämlich als Suchmaschine noch lange nicht am Ziel. Die Gründer selbst schätzen die aktuelle Qualität der Suchergebnisse auf einer Skala von 1-10 aktuell auf eine 2 bis3 ein wobei 1 sehr schlecht und die 10 sehr gut ist. Laut den Google-Gründern wird die 10 auch erreichbar sein aber grob geschätzt erst in 200-300 Jahren.
Neben diesem Segment übt sich Google aber fleissig weiter in seiner Metamophose zum Multionlinedienstanbieter. Neben den bekannten Diensten wie z.B. Goolge-Talk, Google-Mail und Google Analytics erklärte Herr Keuchel noch die folgenden:
- Im Google Lab kann man sich die neuesten Ideen ansehen, die Google gerade umsetzt
- Google Maps bietet Landkarten, Routenplanung etc.
- Google Books bietet Volltextsuche in Büchern. Ja Google scannt die wirklich ein. Allerdings geht der deutsche Buchverband momentan gerichtlich dagegen vor.
- Google Scholar – Publikationen Referate und wissenschaftliche Texte – eben Dokumente aus Forschung und Lehre.
Aus Zeitgründen wurde auf die übrigen Dienste (insgesamt hat Google so ca. 55 am laufen) nicht eingegangen.
Auch für Google liegt die Zukunft in dem mobilen Internet und in webbasierten Softwarediensten. Entsprechend plant Google weitere relevante Werbung in all seinen Diensten. Zukünftig vor allem in Google Maps und Google Mobile. Außerdem wurde mit dem Unternehmen Ridley eine Partnerschaft eingegangen um online Officedienste anbieten zu können. Dies dürfte vor allem Microsoft Sorgen bereiten, die sich davon ja selbst größeres erhoffen. Google’s Vorteil sieht man bereits an Produktion wie Google Analytics und Googlemail: Google bietet sie in sehr guter Qualität und vor allen umsonst an. Der Wettbewerb wird sich schwer tun da mitzuhalten.
Obwohl der Vortrag insgesamt knapp 60 Minuten länger war als geplant blieb trotzdem leider zu wenig Zeit für eine ausgiebige Diskussion am Ende des Vortrags. So konnte Herr Keuchel leider nur kurz auf die jeweiligen Fragen von denen die folgenden wohl am interessantesten waren:
- Die China-Google:
Google wird auch in China vertreten sein und dadurch stellt sich natürlich die Frage ob Suchergebnisse gemäß der Forderung der chinesischen Regierung unterdrückt werden. Google selbst sah hier nur drei Alternativen - Suchergebnisse zensieren: Dies beißt sich aber mit dem Grundsatz des Unternehmens: „Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.
- Die China-Google gibt es nicht: Dies wäre einerseits aus wirtschaftlichen Gründen nicht sehr schlau für Google und andererseits wollen viele chinesische Unternehmen und Privatleute Google in China nutzen.
- Die Suchergebnisse werden zensiert (findet übrigens auch in Deutschland statt) aber mit dem Hinweis, dass Suchergebnisse bewusst unterdrückt werden.
- Die Datenschutz-Google:
Einstweilige Verfügungen und negative PR wie bei dem Start von Google-Mail bringen Datenschützer zunehmend dazu das Unternehmen diesbezüglich kritisch zu hinterfragen. Die etwas dürftige Antwort zu diesem Problem lautete, dass Google den Datenschutz sehr ernst nehme.
- Der Google-Klickbetrug:
Dieser Vorwurf wurde relativ allgemein beantwortet, nämlich dass Google sehr viele Mechanismen benutzt um Missbrauch zu verhindern von denen IP-Logging und –sperre noch die einfachsten darstellen. Verständlicherweise kann zu den Sicherheitsmaßnahmen öffentlich nicht mehr gesagt werden.
- Google als Cheffin:
Um bei Google arbeiten zu dürfen bedarf es mehr als guter Noten, fachlicher Fähigkeiten und guter Zeugnisse. Man benötigt vor allem langen Atem und die richtige Einstellung. So sind bis zu zehn Vorstellungsgespräche über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg keine Seltenheit und man muss in der Lage sein den Google-ay-of.life zu leben. Laut Herrn Keuchel lohnt sich dass jedoch beträchtlich, denn zum Einen ist die Bezahlung gut und zum anderen winken attraktive Nebenleistungen sowie die Arbeit in einem internationalen Team mit anspruchsvollen Aufgaben bei dieser Arbeitgeberin.
Weitere Informationen und Bilder zu dieser Veranstaltung finden sich im @-Web Suchmaschinen Weblog.
Vielen für diesen Vortrag! Er war gut gehalten und inhaltlich sehr interessant. Allerdings wären aktuellere Information, etwas weniger PR und etwas mehr Zeit für die Diskussion angebracht gewesen. Aber hey – Herr Keuchel ist ja auch der PR-Chef 
Grüße,
Anwar Ayad
bisher 2 Kommentare - Eigenen Kommentar schreiben
1. Mario Fischer | 23.05.2006 um 20:14
Sein Name ist Keuchel, Stefan Keuchel – nur der guten Ordnung halber
Liebe Grüße,
Mario Fischer
2. Fabian Hickl | 24.05.2006 um 08:10
Ups, wie konnte das passieren….
Na ja, wurde auf jeden Fall geändert. Danke für den Tipp!
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